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01.12.2020

Zirler Kirchenkrippe - Auflösung

Foto der Zirler Kirchenkrippe
Foto: Ortchronik Zirl

Die auf dem Foto abgebildete Krippe ist die ca. 1889 angeschaffte Krippe.
Diese wurde bis zur Renovierung in den 1980er Jahren im südlichen Teil der Pfarrkirche (das heißt genau gegenüber des jetzigen Standorts) aufgestellt.

Erkennbar ist dies u.a. an drei Dingen:

  • keine Kanzel am Foto
  • Kreuzwegstationen
  • Sitzrichtung der Bänke

Über die alte Kirchenkrippe

Der ursprüngliche Berg wurde in Oberperfuss erbaut, später aber von Franz Seelos sen. (vulgo Kutta), Rudolf Öfner (vulgo Kleß) und Anton Mößmer umgeändert. Der Krippenstall wurde von Franz Sailer (vulgo Gloser) erbaut. Diesem Berg fügte Franz Seelos sen. (vulgo Kutta) einen Krippenhintergrund hinzu. Die Schafe stammen noch aus der 1888 verkauften Krippe und wurden von Franz Schneider geschnitzt. Im Jahr 1961 wurde dieser Berg und Hintergrund neu geschaffen. Die Figuren von Plank und Öfner (vulgo Xander) sind heute noch in der Krippe.

Ludwig Steiner schreibt im Krippenfeund 6/1911 zur 1888 verkauften Krippe:

„In der alten Kirchenkrippe waren gekleidete, etwa 30 cm hohe Figuren mit Wachsköpfen. Links vom Stalle in der Höhe war eine Stadt mit Ringmauern, und rechter Seite mehrere Bauernhäuser, im Vordergrund stand das „Traubenwirtshaus“. Zu beiden Seiten des Stalles waren zwei Reihen Engel, die hintere Reihe war etwas höher gestellt. Die Hirten in den Hemdärmeln mit rotem Brustfleck, eigentlich Leibchen, kurzen Hosen, Wadenstutzen und Knospenschuhen. Der Traubenwirt trug Wadenstiefel, kurze Hose, Bauchbinde, roten Brustfleck, graue Joppe und grüne Kappe mit Stulp. Daneben stand der Hausknecht und ein Sensenhändler. Hie und da kam es vor, daß ein paar Reiter aus dem Gefolge der Könige, während diese opferten, zum Traubenwirt abschwenkten, wobei ihnen der Wirt eine halbe Wein kredenzte und der Hausknecht die Pferde tränkte. Daran hat sich niemand gestoßen; man fand dies selbstverständlich.
Der verstorbene Pfarrer S. war der Krippe nie recht grün, schon wegen des Traubenwirtes, den er in der Krippe nicht leiden mochte. Der Traubenwirt war als eine höchstgewichtige Persönlichkeit dargestellt. Bei der Herbergsuche am Weihnachtsabend war er nicht zu sehen. Das leidige Geschäft des Abweisens von der Herberge überließ er seinem Hausknecht. Dagegen erschien er bei der Geburt Christi und verblieb bis zum Abtragen der Krippe.
Durch die Dorfgasse herab kam ein mit Bierfässern beladener Leiterwagen, dem ein Paar Ochsen im Joch vorgespannt waren. Ein Bauer trieb die Kühe aus, andere standen diskutierend vor den Häusern. Ein Büblein mit weißer Zipfelkappe fiel in den Bach. Am Stadttor waren zwei Wächter, in der Nähe saß ein alter Großvater im Sorgenstuhl, mit Zipfelkappe und Tabaksdose, von einer Schar Engel umgeben. Auch eine Einsiedelei mit zwei Eremiten, eine Löwenhöhle, Schafe, Ziegen und dgl. war da.
 
Diese Krippe wurde 1888 verkauft und wanderte in mehreren Teilen ins Ausland. Wie sehr das Volk an dieser Krippe hing, beweist eine Äußerung des damaligen Mesner „Hauser“, welcher sagte, er habe geweint, als er die Kisten mit der Krippe aus der Kirche trug.“

Nach dem Verkauf der alten Stoff-Wachskrippe wurde eine geschnitzte Krippe angeschafft. Die Figuren aus dieser Krippe sind noch in der heutigen Krippe.

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